Christine Holst Tierpsychologin (ATN)
Hundetraining und Verhaltensberatung

Mit Skippy im Schnee

Das Leben mit Skippy unserem Dreibeinchen

Skippy im SchneeWieder einmal wurde mir ein Treffen mit Frank Weber zum Verhängnis. Saß da doch ein Dreibeinchen im Franziskus Tierheim. Niemand wollte ihn und mir ging er nicht mehr aus dem Kopf. Das war kurz vor Weihnachten und Skippy war knapp 10 Monate alt. Er lebte zuvor in Rumänien auf der Straße und wurde vom Auto angefahren. Als die Tierschützer ihn fanden war das linke Hinterbein bereits schief zusammengewachsen und das linke Vorderbein war nicht mehr zu retten und wurde amputiert. So kam er dann im Oktober 2009 nach Hamburg. Die Prognosen waren allerdings nicht berauschend.

Viele Menschen um uns herum meinten „musst du dir das denn antun?“. War doch endlich nach Seamus Abschied (ihm geht es überings ausgesprochen gut und wir werden ihn dieses Jahr besuchen) wieder etwas Ruhe eingekehrt. Ja – ich musste! Meine einzige Sorge war, dass es für ihn hier mit meinen Power-Mädels vielleicht zu anstrengend sein könnte. Aber wie heißt es so prägnant „lieber kurz und heftig, als lang und öde“. So zog Skippy Ende Januar 2010 bei uns ein! Wir haben ihn so getauft, weil er mit seinen großen Ohren und seiner Art sich fortzubewegen an das legendäre Buschkänguruh erinnert.

Skippy schautSeit dem sind nun 3 Wochen vergangen und JA, er hat unser Leben hier auf den Kopf gestellt.smile Eben weil er ein junger Hund ist, der null Erziehung genossen und entsprechend nur Blödsinn im Kopf hat. Aber wer so einen Überlebenswillen hat ist bekanntlich auch sehr gelehrig. Auch helfen meine Mädels, Agila und Brenda, ordentlich mit bei der Erziehung. Selbstredend haben wir vor der Entscheidung Skip zu holen, die Chemie unter den dreien getestet. Denn für so eine Lebensentscheidung muss es einfach passen. Einfach mal ausprobieren geht mit einem Lebewesen nicht! Aber es hat gepasst und die drei harmonieren einfach toll. Skip hat in den 3 Wochen ordentlich Kondition und Muskulatur aufgebaut. Immerhin dauert unser Morgenspaziergang ca. 2 Stunden. Und da wir hier im Norden in Schneemassen versinken, ist das Laufen für uns alle extrem Schnee und Ruheanstrengend. Ihn hält es jedoch nicht ab, dem Wild hinter her zu preschen, Enten zu jagen oder mit anderen Hunden zu balgen oder die verrückten 5 Minuten auszuleben. Der Schnösel hat es wirklich faustdick hinter seinen riesen Ohren. Leider wird er ein ewiger Kindskopf bleiben. Denn – warum auch immer – die Tierschützer im Ausland haben ihn zwar gerettet aber auch kastriert. Dies mit 6 Monaten. Wie fatal diese Frühkastration ist, wird leider Gottes immer noch von den Tierschutzorganisationen ignoriert! So ist Skip seiner natürlichen Reifeentwicklung beraubt und dies ist irreparabel. Auch hätte ihm das nun fehlende Testosteron sicher für seinen Knochen –und Muskelaufbau geholfen. Mein Appell an die Tierschützer: wenn es wirklich nur um die Reproduktion geht, dann sterilisiert doch die Hunde!

Sorry liebe Leser, aber dieser Kastrationswahn in jeglicher Hinsicht macht mich wütend.

Noch mal zurück zu Skippys Handicap. Wir wissen nicht, wie alt er damit werden kann. Aber wir nutzen alles, um den Verschleißprozess hinaus zu zögern. Sei es über die Ernährung, die physiotherapeutischen Massageeinheiten (das machen wir überings selbst und lässt sich auch für Jedermann gut erlernen) bis hin zum orthopädischen Hundebett. Bei Letzterem haben wir lange recherchiert. Denn die meisten halten leider nicht was sie versprechen. Mein Tipp: Traumhund Betten bei www.hundebettenhaus.de. Agila und Brenda haben gleich mit abgestaubt und sind begeistert. Die Recherche hat mich aber auch noch auf eine ganz andere Seite geführt – www.hunderolli-tierorthopaedie.de.  Von Dieter Pfaff wird Skip eine Orthese erhalten, die sein stark beanspruchtes Vorderbein stützen soll. Wenn sie fertig ist, werden wir wieder berichten.

Fazit: Skippy lebt hier ein ganz normales Hundeleben und genießt es in vollen Zügen. Bis auf die Erziehungsmaßnahmen; auf die Art Einschränkung würde er gerne verzichten.smile Vielleicht klingt alles nach viel Aufwand; ist es aber nicht. Nur eine etwas andere Art der Auseinandersetzung.

Fortsetzung hier.

Ihre Christine Holst nebst den Mädels Agila und Brenda sowie dem Schnösel Skippy

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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